Vom Excel-Chaos zur 3D-Kellerkarte — in einer Lese.
Vierte Generation, gerade das Weingut des Vaters übernommen. 4,5 Hektar am Rand einer kleinen Gemeinde, drei Blaufränkisch-Fässer im Hof-Keller, drei Betoneier hinter dem Wohnhaus, ein Presshaus, in dem noch Großmutters Emailkanne steht. Die Buchführung lag in einem Ordner mit dem Aufkleber „2024 — WICHTIG!“. Bei der ersten eigenen Ernte im Herbst wusste sie nach drei Tagen nicht mehr, in welchem Fass welche Charge lag.
Weintailor an einem Sonntag aufgesetzt. Die Kellerkarte in derselben Woche im 3D-Modell nachgebaut — jedes Fass an seinem Platz, jeder Tank mit Namen. Ende November die pauschalierte Umsatzsteuer-Meldung: ein Klick. „Ich bin die erste in der Familie mit ordentlicher Betriebsbuchhaltung“, sagt sie. „Weil sie mir keinen Papierstapel abverlangt.“
„Ich hab mein Weingut zurück. Weintailor macht die Zettel, ich mach den Wein.“